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Transzahlien
...das Grusel-Lernspiel von Peter Engehausen!


Computerspiele & Medienverwahrlosung


Zuerst ein Link für Notfälle für Männer, Frauen, Schüler, Eltern, Lehrer, Studenten und Senioren!
Professionelle Hilfe für Menschen in Not

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Studien

An meiner Schule...

Aufklärung: Was sind „problematische“ Computerspiele?

„Sind diese Computerspiele wirklich so schlimm?“

Welche Kontrollinstanzen gibt es?

Alles bleibt an den Eltern hängen...

Weiteres Material zum Thema

Nützliche Links

Ein paar Schlagzeilen...

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Einleitung

Die so genannte „Medienverwahrlosung“ ist ein hartes Wort für die mangelnde (Selbst)kontrolle beim Umgang mit Medien. Hier soll es primär um den Einfluss auf Jugendliche und Kinder gehen. Natürlich gibt es Erwachsene, die manchmal dem Bann gewisser Medien erliegen, doch sind die Auswirkungen auf jüngere Menschen gravierender. Ihr Charakter ist oft noch nicht gefestigt und ausgereift. Auch die Schulleistungen leiden eindeutig.

Dabei werden immer wieder zwei Gebiete angesprochen: Das Fernsehen (und Video/DVD) und der Computer. Natürlich gibt es auch weitere Medien die jugendgefährdend sein können, z. B. bestimmte Musik (etwa „rechtsradikaler Rock“) oder bestimmte Printmedien. Hier soll es aber lediglich um das Problem „Computerspiele“ und „Fernsehen“ gehen.

Wie kann sich ein Autor eines Computerspiels gegen Computerspiele aussprechen? Nun, ich verdamme Computerspiele nicht grundsätzlich. Wenn Kinder und Jugendliche am Computer spielen, können sich zwei Problemfelder ergeben: die Länge der einzelnen Sitzungen, die "Erlebnisse" und die dabei aufgenommenen Bilder.

Die Dauer der Computernutzung ist unabhängig von der Tätigkeit am Computer: Zu viel ist schlecht. Auch Transzahlien sollte nicht stundenlang gespielt werden. Bereits in den Medien hört man immer wieder vom Bewegungsmangel und eingeschränkten kommunikativen und sozialen Kompetenzen der „Computerjunkies“ (oder „Computerzombies“). Dies sind keine neuen Erkenntnisse. Sie gelten in gleicher Weise für den übermäßigen Fernsehkonsum.

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Studien

Prof. Dr. Manfred Spitzer, Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Universitätsklinikum Ulm), warnt ausdrücklich vor den negativen Folgen des „Bildschirmkonsums“ und belegt dieses mit zahlreichen Untersuchungen. Sein Buch „Vorsicht! Bildschirm!“ (ein ziemlicher Wälzer – es gibt auch eine kompaktere DVD (auch hier) dazu ) ist gespickt mit Untersuchungen und deren Auswertungen. Sehr gegensätzliche Rezensionen findet man hier.

Durch das folgende Interview "Wer weniger fernsieht, wird schlauer!" [ >>> ] erhält man einen weiteren Einblick.


(Preis: 9,50€, Details)

Natürlich wird der Einfluss der Computerspiele besonders von der „Medienlobby“ anders gesehen. Man beruft sich dabei auf andere (eigene) Untersuchungen. Wer Gelegenheit hatte die Livediskussion im Deutschland Funk (Anfang 2007) zu verfolgen, konnte hören, mit welch harten Bandagen hier gekämpft wird. Auch im Internet treffen beide Seiten hart aufeinander!
Prof. Spitzer ist nicht der einzige, der um einen kritischen Umgang mit „Bildschirmmedien“ wirbt. Auch Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Direktor des „Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen“, vertritt einen sehr restriktiven Umgang mit diesen Medien. Eine neue Studie von ihm ist Anfang 2007 erschienen und sorgte für eine erneute Diskussion in den Medien. Prof. Peiffer drückt sich aber vorsichtiger aus, als Prof. Spitzer in seinem Buch und bietet daher seinen Kritikern eine geringere Angriffsfläche. Das Interview bei Game-Face.de ist zu empfehlen.
In seinem Vortrag an meiner Schule (Gymnasium Sarstedt) schockierte er seine Zuhörer mit zahlreichen Untersuchungen:

Bei einer aktuellen Befragung unter 6000 Viert- sowie 17 000 Neuntklässlern in elf, westdeutschen Städten und Landkreisen kam folgendes zutage: Jeder dritte der befragten männlichen Neuntklässler schaut sich regelmäßig Sex- bzw. Pornofilme sowie Horrorstreifen an. Bei den Mädchen sollen es dagegen "nur" 1,9 Prozent (Sexfilm) und 18,6 Prozent (Horror) sein. – Dauer und Inhalte des Medienkonsums wirken sich auch nach Prof. Pfeiffer negativ auf Kinder aus. Da die „Bildschirmmedien“ von Jungen und Mädchen unterschiedlich intensiv genutzt werden, sieht Prof. Pfeiffer drin die Erklärung, warum „Mädchen in der Schule besser sind“. [ >>> mehr Details ]

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Angestachelt durch die erschütternden Ergebnisse habe ich in einigen Klassen anonyme Umfragen am Computer durchgeführt...


An meiner Schule... (Gymnasium Sarstedt)

Das Ergebnis ist beunruhigend. Bereits in der 5. und 6. Klasse haben die Schüler und Schülerinnen pro Kopf bereits drei Computerspiele gesehen und drei weitere selbst gespielt, die für ihr Alter nicht geeignet sind. Pro Kopf heißt es, dass einzelne deutlich mehr solcher Spiele gesehen oder gespielt haben, denn in jeder Klasse gibt es auch (vor allen) Mädchen, die sich für diese Spiele überhaupt nicht interessieren! Mit zunehmendem Alten spielen die Kinder mehr und zunehmend brutalere Computerspiele.

Meine Umfrage zielte auf Klassen 5 bis 9. Im Laufe der 9. Klasse werden die ersten Schüler und Schülerinnen 16 Jahre alt und dürfen einige der „problematischen“ Spiele spielen.



Da aber gut die Hälfte dieser Spiele in der 9. Klasse erst ab 18 Jahren freigegeben oder sogar als jugendgefährdend eingestuft wurden, beleibt das Spielverhalten ein Thema auch für die 9. Klasse. (Vermutlich für alle höheren Klassen, solange es sich um minderjährige Schüler handelt).
Auch wenn meine Umfrage keine wissenschaftliche Untersuchung ist (Es wurden nur etwa 220 Schüler befragt) und die Ehrlichkeit der Antworten in einigen Fällen angezweifelt werden kann, sehe ich auch an meiner Schule beim Thema Computerspiele Handlungsbedarf!

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Aufklärung: Was sind „problematische“ Computerspiele?

Es sind nicht nur die in den Medien erwähnten „Killerspiele“, die sorgeerregend sind. Neben der realistischen Darstellung von Gewalt - hierbei gilt, was Kinder im Fernsehen nicht sehen sollen, sollten sie auch nicht am PC sehen oder gar „ausführen“! - gibt es auch zahlreiche Spiele mit „Horrorelementen“ oder mit fremdenfeindlichen, sexistischen oder perversen Inhalten. Für viele Eltern ist es unvorstellbar, was es für Computerspiele gibt: Da kann man Bonuspunkte bekommen für „das Abknallen“ von Körperteilen, die in die Luft gesprengt werden. Man kann aber auch Menschen die Augen ausstechen, mit einen Hammer den Kopf zertrümmern, mit dem Baseballschläger den Kopf „wegknallen“. Menschen können einzelne Körperteile „abgeknallt“ werden. Mit der Axt kann man den Bauch „öffnen“ und darin rumstöchern. Bauchschüsse, bei denen der Darm herausquillt, werden dargestellt usw. – die Liste kann beliebig weiter fortgesetzt werden.
Gewalt und Perversion kommt aber an: Die Hitlisten werden regelmäßig von Gewaltspielen angeführt. Aber auch im Internet findet man Kommentare wie: „Es macht einfach Bock in den Mund von Frauen zu pissen. (...) Oder mit Köpfen Fußball zu spielen. Oder Leute, die um Gnade betteln, einfach quälen.

Ich persönlich lehne Gewaltspiele ab. Es gibt auch Eltern, die diese Spiele selbst spielen und ein Verbot nicht befürworten. „In einem freien Staat muss jeder selber entscheiden können, was er am Computer spielen darf und was nicht!“ – so hört man. Auf alle Fälle muss das „Treiben der Kinder“ überwacht werden, weil es leider auch unter Kindern zahlreiche „ungeeignete“ Spiele gibt, die dort „die Runde machen“.
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„Sind diese Computerspiele wirklich so schlimm?“

(Früher Indianer und Cowboys – heute Terroristen und Counterterrosisten?)

Heute geht keiner mehr von einem Automatismus aus, der zur Gewalt führt. Nicht jeder, der Gewaltspiele (gar exzessiv) spielt, zeigt später gewalttätiges Verhalten. Es gilt aber als sicher, dass Mediengewalt negative Effekte (Veränderung der Einstellung zur Gewalt, Handelungen) haben kann. Doch die Zusammenhänge sind oft zu komplex, als dass selbst schlimme Tragödien und Amokläufe durch Gewaltspiele oder brutale Filme begründet werden könnten. Oft spielen individuelle Faktoren und das soziale Umfeld eine übergeordnete Rolle.
An anderer Stelle gehe (bald) ich etwas genauer auf die Argumente der Medienlobby und der Fans von Gewaltspielen ein. Ein wichtiger Punkt, der meines Erachtens oft zu gering beachtet wird, ist, dass es einen gewaltigen Unterschied gibt zwischen vorgestellter Gewalt und gesehener Gewalt. Kindermärchen sind oft ebenfalls brutal, doch stellen sich die Kinder die Gewalt nur innerhalb „ihrer Grenzen“ vor, wobei sie bei „vorgeführter“ Gewalt den Bildern ausgeliefert sind. Diese Bilder werden nicht mehr so schnell vergessen und beschäftigen die Kinder noch lange.

Schon Goethe hat es erkannt:

Dummes Zeug kann man viel reden,
Kann es auch schreiben.
Wird weder Leib noch Seele töten.
Es wird alles beim Alten bleiben.

Dummes aber vors Auge gestellt,
Hat ein magisches Recht.
Weil es die Sinne gefesselt hält,
bleibt der Geist ein Knecht.

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Welche Kontrollinstanzen gibt es?

Die Verbreitung von Computerspielen wird von zwei Gremien „kontrolliert“, die USK (Freiwillige Selbstkontrolle für Unterhaltungsmedien) und die BPjM (Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien). Die USK und BPjM schreiten meiner Erfahrung nach nur bei extrem brutalen, perversen oder fremdenfeindlichen Spielen ein. Die USK vergibt, ähnlichen wie bei der FSK (freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) Empfehlungen, für die Kennzeichnung der Spiele: „ohne Einschränkung“, „USK 6“, „USK 12“, „USK 16“ und „keine Jugendfreigabe“. Leider sind diese Altersempfehlungen auf der Verpackung der Spiele selbst nich immer zu finden. Spiele, die erst ab 18 freigegeben werden, dürften Jugendlichen nur gegen Vorlage des Personalausweises verkauft werden. Dieses ist aber nicht immer der Fall. Häufig ist auch zu beobachten, dass ältere Freunde die Spiele für jüngere kaufen oder das Spiel wird bei e-Bay „privat“ gekauft. Daneben gibt es noch andere Möglichkeiten, auf die ich nicht weiter eingehen möchte.
Bei der Beurteilung der Spiele durch die USK darf eine persönliche Beurteilung nicht unterbleiben, denn nicht jedes Spiel, das ab 16 Jahren empfohlen wird, ist für jeden 16-Jährigen wirklich geeignet.

Außerdem gibt es immer wieder äußerst bedenkliche und umstrittene Entscheidungen, wie z. B. die Freigabe des Spiels „Counter-Strike“ ab 16 oder bei der FSK die Freigabe von „Harry Potter 1“ ab 6 Jahren(!!!). Die freiwillige Selbstkontrolle funktioniert, meiner Meinung nach, nur sehr eingeschränkt.
Auch bei der BPjM gibt es Ungereimtheiten: Spiele aus den 80er-Jahren (in der Regel für den C-64), die heute harmlos wirken, sind noch immer im Verzeichnis der indizierten„Indiziert“ heißt, dass das Spiel als jugendgefährdend eingestuft wurde und sogar von Erwachsenen nur „unter der Ladentheke“ gekauft werden darf. Auch eine Werbung für das Spiel ist untersagt. In besonders schweren Fällen wird sogar der Vertrieb verboten und Spiele werden bundesweit beschlagnahmt. Aber auch das bedeutet nicht, dass Jugendliche nicht in der Lage sind, an diese Spiele „heranzukommen“! [ >>> mehr Details ] Spiele, während andere, brutalere, (noch) nicht indiziert werden. Man kann sie frei kaufen und findet z. T. in Computerzeitschriften die entsprechende Werbung. - Auf eins kann man sich aber bei der BPjM verlassen: Indizierte Spiele gehören nicht in die Hände von Jugendlichen und Kindern! Was hier indiziert wird, ist „heftig“!

Achtung! Wie die Kontrolle ausgehebelt wird...Bei manchen Spielen, die unter Schülern „getauscht“ werden, handelt es sich um die brutalere „internationale“ Version, die möglicherweise hier verboten ist. In Deutschland gibt es manchmal „entschärfte“ Versionen, die die Einstufung USK 18 oder sogar USK 16 erhalten. Auch die Möglichkeit Spiele nachträglich wieder "scharf" zu schalten oder noch blutiger als im Orginal zu machen gibt es. Dieses wird von 78% der Benutzer auch gewünscht (Umfrage bei krawall.de / 2007)!

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Alles bleibt an den Eltern hängen...

Meine Erfahrungen zeigen, dass die Eltern in der Regel nicht wissen, was ihre Kinder (zu Hause oder bei Freunden) spielen. Sie sind schlecht informiert und können sich auf die Kontrollinstanzen nicht verlassen.

Die Eltern müssen über kurz oder lang den Medienkonsum ihrer Kinder selbst kontrollieren, was nicht immer leicht ist. Natürlich ist ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kindern förderlich, doch nicht immer gegeben. Und was hilft alles, wenn sie zu Freunden gehen und dort das machen, was die Eltern verboten haben? Ich kenne leider keine Lösung für das Problem und kann daher nur folgende Ratschläge anbieten:

Ratschläge für Eltern

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Weiteres Material zum Thema

Hier noch ein Infoblatt, welches ich für Eltern zusammengestellt habe. Es enthält neben den Ratschlägen und nützlichen Links auch die Telefonnummer des BPjM Service-Telefons der Bundesprüfstelle. Das Infoblatt ist im pdf-Format gespeichert.

Auch die Veröffentlichung "Reiz und Risiken von Computerspielen" der BPjM ist sehr zu empfehlen!



Infoblatt für Eltern

Reiz und Risiken von Computerspielen

Wenn es ein Spiel sein muss, dann vielleicht eins, das von Pädagogen ausgezeichnet wurde!

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Nützliche Links


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Ein paar Schlagzeilen